Ungleichheit geht uns alle etwas an, denn sie wirkt sich negativ auf alle Lebensbereiche aus – wie etwa auf soziale und räumliche Mobilität, Bildung und Gesundheit. In einer Gesellschaft, in der Chancen und Vermögen stark ungleich verteilt sind, sinkt das subjektive Wohlbefinden der Bürger*innen – und zwar über alle Schichten hinweg.
Das kann zu sozialen Spannungen führen und uns weniger krisenresilient machen. Ungleiche Gesellschaften sind außerdem innovationsfeindlich, da finanzielle Mittel zunehmend immobil werden. Kurz: Unsere Demokratie und unsere Zukunft stehen auf dem Spiel.
Auf der re:publica-Bühne werden Jutta Allmendinger und Kevin Kühnert über Ungleichheit und Verteilungsfragen diskutieren. Im von Geraldine de Bastion moderierten Gespräch gehen die Soziologin und der Finanzwende-Lobbyist auf aktuelle Entwicklungen ein und zeigen Wege auf, wie wir erfolgreich umsteuern könnten – sehr deutlich zum Beispiel bei der Erbschaftssteuer aber auch beim Wohnungsbau und in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik. Das wäre ein Gewinn für alle.
Jutta Allmendinger ist Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie seit 2012 Honorarprofessorin für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Von 2007 bis 2024 war sie Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Sie ist in zahlreichen Beiräten im In- und Ausland tätig. Im Jahr 2022 war sie die Vorsitzende des G7 Gender Equality Advisory Councils (GEAC) unter der deutschen Präsidentschaft. Aktuell ist sie unter anderem Mitglied des Deutschen Ethikrates, des Wissenschaftsrates, der Pontificial Academy of Social Sciences, des Herausgeberrats der Wochenzeitung DIE ZEIT sowie des Aufsichtsrats der Berliner Stadtreinigung.
Kevin Kühnert leitet den Bereich Steuern, Verteilung und Lobbyismus bei der Bürgerbewegung Finanzwende, die als Gegengewicht zur Finanzlobby für faire, stabile und nachhaltige Finanzmärkte kämpft. Vor seinem Wechsel zu Finanzwende war Kühnert 20 Jahre lang in der SPD aktiv, unter anderem als Juso-Bundesvorsitzender (2017 bis 2021), stellvertretender Parteivorsitzender (2019 bis 2021) und Generalsekretär (2021 bis 2024). Von 2021 bis 2025 war er direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für seinen Berliner Heimatbezirk Tempelhof-Schöneberg.