Vom Smartphone ins Gericht: Wie digitale Beweise Völkerstraftaten vor Gericht bringen

Alexander Schwarz , Frederik Obermaier

20.05.2026 16:15–16:45
Lightning Box 2
German
(Lightning-) Talk
Science & Technology
#KI #Überwachung #Data #Recht
Kriegsverbrechen werden heute oft digital dokumentiert – nicht selten von den Tätern selbst. Anhand von Fällen aus der Ukraine und Gaza zeigt der Vortrag, warum digitale Beweise und Open-Source-Recherche zentral für die Verfolgung von Völkerstraftaten sind und wie sie Straflosigkeit durchbrechen.

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Smartphones, Social Media und Satellitenbilder dokumentieren Völkerstraftaten heute in Echtzeit: Kriegsverbrechen in der Ukraine, Angriffe auf die Zivilbevölkerung in Gaza. Nicht selten hinterlassen Täter selbst digitale Spuren, die zu ihrer Überführung beitragen. Wo dies nicht der Fall ist, werden Tathergänge mithilfe von 3D-Prints, Simulationen und Videos rekonstruiert.

Der Vortrag zeigt, warum digitale Beweise essenziell für die Ermittlung von Völkerstraftaten sind und wie sie internationales Strafrecht praktisch handlungsfähig machen. Anhand konkreter Fälle wird erläutert, wie OSINT, Verifikation und juristische Kontextualisierung aus Videos, Posts und Metadaten belastbare Beweise entstehen lassen, die vor Gerichten Bestand haben.

Die These: Straflosigkeit ist heute weniger eine Frage fehlender Beweise als fehlender Nutzung. Das Netz ist Tatort, Archiv und Ermittlungsraum zugleich. Der Vortrag zeigt, warum digitale Beweise kein technisches Detail sind, sondern ein Schlüssel zur Durchsetzung von Völkerrecht  und dass es gemeinsame Aufgabe von Nutzer:innen digitaler Räume ist, Völkerstraftaten nicht undokumentiert zu lassen.