#rp26-Sprecherinnen Tülin Sezgin, Alina Kuhl & Anna Dushime: Bürokratie trifft Wirklichkeit
Wie fühlt sich Verwaltung von innen an und warum wirkt sie für viele von außen so weit weg? Wie sieht die Zukunft des Beamtentums in der digitalen Realität aus?
Tülin Sezgin und Alina Kuhl – zwei ehemalige Beamtinnen – sprechen mit Anna Dushime auf der re:publica 26 über Verwaltung zwischen Anspruch und digitalem Wandel.
Beide berichten, was sie motiviert hat, in die Verwaltung zu gehen – und warum sie diese wieder verlassen haben. Es geht um den Alltag im öffentlichen Dienst, unverständliche Anträge, Vertrauen und die Frage, warum Digitalisierung oft langsamer vorankommt als gedacht und erhofft. Außerdem thematisieren sie Social Media im Staatsdienst und die Frage, wie Nähe zu Bürger*innen entstehen kann.
Persönlich, humorvoll und kritisch geht es um Mythen, strukturelle Probleme und die Frage, wie Verwaltung näher an die Lebensrealität der Menschen rücken kann.
Tülin Sezgin, besser bekannt als „Conny from the Block“, ist eine deutsche Comedienne, Schauspielerin, Autorin und selbsternannte „Amtsfluencerin”. Große Bekanntheit erlangte sie mit ihren pointierten Social-Media-Videos, in denen sie den deutschen Behördenalltag und das „typisch Deutschsein“ humorvoll persifliert. Bevor sie ihre Karriere auf der Bühne und vor der Kamera begann, arbeitete Sezgin unter anderem als Beamtin. Sie war beispielsweise beim ZDF Magazin Royale, Reschke Fernsehen und MAITHINK X zu sehen, außerdem in der ZDFneo-Serie „Späti“ sowie im Impro-Comedy-Format „Banausen“ (ARD Kultur). 2023 erschien ihr erstes Buch „Da bin ick nicht zuständig, Mausi“.
Alina Kuhl ist Aktivistin, Feministin und die Gründerin von „The Monday Talks“ – einer Eventreihe und einem Podcastformat, das Raum für ehrliche, zugängliche Gespräche über Themen wie Gleichstellung, mentale Gesundheit und sexualisierte Gewalt schafft. Mit einem Hintergrund in Sozialpsychologie und beruflichen Stationen im Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen bringt Alina fundiertes Wissen und persönliche Erfahrung in ihre Aufklärungsarbeit ein. Auf Instagram und TikTok spricht sie offen und nahbar über das, was oft verschwiegen wird – direkt, verständlich und mit dem Ziel, gesellschaftliche Hürden abzubauen.
Anna Dushime ist in Kigali geboren, in England zur Schule gegangen, hat am Niederrhein Abitur gemacht und in den Niederlanden studiert. Als Kolumnistin schrieb sie von 2019 bis 2022 für die taz regelmäßig über Dating, Rassismus und alles dazwischen. Sie war als Autorin, Moderatorin und Redaktionsleiterin u.a. für das preisgekrönte Satire Format Browser Ballett tätig. Ihre Show „Der letzte Drink mit Anna Dushime“ wurde 2024 in der Kategorie „Unterhaltung“ mit dem Grimme Preis ausgezeichnet. Ihr Buch „1000 letzte Dates – wie ich die Liebe suchte und etwas Besseres fand“ erschien im Oktober 2025 bei KiWi und wurde ein SPIEGEL Bestseller.