Die Karte gehört jetzt allen. Warum geht das jeden etwas an?

Matthias Daues

19.05.2026 11:45–12:15
Energiemobil
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Politik & Gesellschaft
#Platforms #Data #Common good #Teilhabe & Zugang
Kartografie war die Wissenschaft der Könige - der Herr der Karte war oft Herr des Landes. Heute kartieren Hunderttausende ihre Welt jede:r für sich und doch gemeinsam. OpenStreetMap ist das größte Gemeingut, das kaum jemand kennt. Eine Geschichte über Macht, Offenheit und die Angst vor beidem.

Seit ihren Anfängen war Kartografie die Wissenschaft der Könige. Regierungen und Verwaltungen bestimmten, was auf der Karte erschien – und was nicht. Die Welt zu vermessen war ein Akt der Macht. 

OpenStreetMap kehrt das um: Hunderttausende kartieren ihre eigene Umgebung und füttern eine globale Infrastruktur mit lokalem Wissen. Kein König, kein Konzern, kein Staat kontrolliert das Ergebnis.

Manche Politiker:innen wollen die Karte als Machtinstrument zurückgewinnen und fordern, bestimmte Geodaten geheim zu halten. Doch was leistet Offenheit konkret? Rettungsteams, die sich innerhalb von Stunden koordinieren, weil Freiwillige über Nacht Katastrophengebiete kartieren. Kleine Unternehmen, die auffindbar sind, ohne Torwächter bezahlen zu müssen. Entwickler:innen, die standortbasierte Apps bauen, ohne Millionenlizenzen zu zahlen. Milliardenwerte aus geteilter Infrastruktur, deren Betrieb jährlich nur einen kleinen sechsstelligen Betrag kostet.

Die Argumente für Offenheit sind nicht ideologisch – sie sind empirisch.
Wir erkunden, wie OSM funktioniert, was es bedroht – und warum offene Karten ein Gemeingut sind, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Dieser Programmpunkt wird durch die Stiftung Mercator unterstützt. / This programme session is supported by Stiftung Mercator.