Wir wissen wo du warst – weil Databroker deine Daten verkaufen

Rebecca Ciesielski , Ingo Dachwitz

18.05.2026 18:45–19:15
Stage 4
Deutsch
(Kurz-) Vortrag
Politik & Gesellschaft
#Digitalpolitik #Überwachung #Data #Business models
Der Handel mit Standortdaten ist komplett außer Kontrolle. Sie stammen aus Handy-Apps, die fast alle nutzen. In mehr als 13 Milliarden solcher Daten fanden wir genaue Bewegungsprofile, sogar von wichtigen EU-Beamt*innen und Geheimagent*innen. Eine Reise in den Abgrund der Werbe-Industrie.

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Je tiefer wir graben, desto mehr Skandale kommen ans Tageslicht. Seit 2024 recherchieren netzpolitik.org und Bayerischer Rundfunk zum Handel mit Handy-Standortdaten, die angeblich nur zu Werbezwecken erhoben werden. Gemeinsam mit internationalen Recherche-Partnern haben wir Millionen Bewegungsprofile aus aller Welt ausgewertet. Insgesamt haben wir inzwischen 13 Milliarden Standortdaten von Databrokern erhalten – ohne dafür einen Cent zu zahlen.

Die "Databroker Files" zeigen: Kein Ort ist sicher vor dem Tracking der Werbe-Industrie. In Brüssel haben unsere Veröffentlichungen hohe Wellen geschlagen, als wir EU-Spitzenpersonal in den Daten fanden. In Frankreich führte uns die Spur der Standortdaten ganz nah an Präsident Emmanuel Macron. In der Ukraine rücken Soldat*innen durch Standortdaten ins Visier.

Werbe-Tracking ist nicht nur Bedrohung für die Privatsphäre, sondern auch für die nationale Sicherheit. Statt den Datenschutz zu stärken, will die EU-Kommission bestehende Gesetze schwächen. Gerade deshalb geben wir nicht auf: Wir zeigen das ganze Ausmaß der Spionagegefahr und was passieren muss, um uns zu schützen.

Dieser Programmpunkt wird durch die Stiftung Mercator unterstützt. / This programme session is supported by Stiftung Mercator.